Sechste Forschungsperiode 2016–2020

 

 

 

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In der sechsten Forschungsperiode stellen sich Heraus­forderungen im Forschungsfeld »Mikroanalytischer Methoden«, die mit dem verstärkten Einsatz der Syntix-Toolbox zusammenhängen. Diese Tool-Box setzt sich modular aus Verfahrensweisen und Algorithmen zusammen, die im Kontext von Projektarbeit von Synthesis im Laufe der bisherigen Forschungsperioden entwickelt worden sind. Dies hat das Interesse von auftraggebenden Einrichtungen geweckt, die sich folgende Frage gestellt haben: Können solche bewährte Verfahren und Algorithmen über eine Schnittstelle direkt für den jeweiligen organisations­internen Informationsfluss genutzt werden?

 

Mit einem spezifischen Auftrag des AMS Österreich hat der Einsatz der Syntix-Toolbox eine neue Größenordnung erreicht. In dem Auftrag geht es darum, die Chancen einer Integration in Beschäftigung sämtlicher AMS-Kundinnen und -Kunden zu berechnen; und zwar auf Basis der im AMS-Datawarehouse jeweils aktuell verfügbaren Information.

 

Im Prinzip hat Synthesis solche Algorithmen bereits seit zwei Forschungs­perioden auf Basis des synthesisspezifischen Daten­körpers entwickelt; doch nun geht es darum, die Algorithmen in einen Workflow einzupassen, in dem IBM als AMS IT-Dienst­leister auf einer Tagesbasis AMS-Beraterinnen und -Beratern die geforderte Information bereitstellt.

 

Die Gestaltung der Schnittstellen zwischen dem Informations­system der auftraggebenden Einrichtung und der Syntix-Toolbox weist in Hinblick auf die Frequenz des Informations­flusses und dem Integrationsgrad in das Informationssystem vielfältige Varianten auf.

 

Dies erfordert weitere Anstrengungen was die von Synthesis entwickelten Verfahren der Datensicherheit, des Daten­schutzes und der Datenverwendung unter strengen Beachtung der Verfügungsrechte betrifft. Dazu greift Synthesis auf sowohl juristische als auch IT-bezogene Expertise zurück.

 

Im Themenfeld »Arbeitsmarkt: Beschäftigung und Arbeitslosigkeit« werden die periodischen Prognosen für das Arbeitsmarktservice fortgesetzt:

  • »Quartalsprognosen zu Arbeitsangebot, Beschäftigung, Arbeitslosigkeit«
  • »Jahresprognose zum österreichischen Arbeitsmarkt­geschehen«
  • »Mittelfristiges Szenario zur Entwicklung des Arbeits­marktes«
  • »Lehrlingsausbildung: Angebot und Nachfrage«

Eine laufende Analyse der Treffsicherheit und Wirkung unternehmensbezogener Förderungen des Arbeitsmarkt­services erfolgt im Rahmen des Projektes

  • »AMS Impulsprogramm: Beteiligung, Effekte und Wirkungen«

Den organisations­internen Austausch guter Praxis in Hinblick auf die ziel­gruppenspezifische Treffsicherheit, Effektivität und Effizienz von Fördermaßnahmen unterstützt eine Projektserie für das AMS Wien:

  • »Praxam 2016«
  • »Beschäftigungseinkommen: Eine evaluationsorientierte Bewertung von Effektivität und Effizienz des Maßnahmeneinsatzes«

Eine Bewertung der Fiskalwirkung des Einsatzes von arbeitsmarktpolitischen Fördermitteln nimmt Synthesis Forschung im Rahmen des international besetzten Panels »Fiscactive« vor. Dies erfolgt im Auftrag des Sozialministeriums:

  • »Labour Market Policies in Austria: The fiscal impact of support programmes«

Eine weitere Projektserie (im Auftrag des waff, Wiener ArbeitnehmerInnen Förderungsfonds) untersucht die Inanspruchnahme und Effekte von Förderprogrammen, die einen außerordentlichen Zugang zu einem Lehrabschluss in Wien ermöglichen:

  • »Außerordentliche Lehrabschlüsse in Wien und das Unterstützungsangebot des waff« (seit 2014)

Was das Themenfeld »Wohnen: Angebot und Nachfrage« betrifft, so fällt der Anfang der sechsten Forschungsperiode (2016-2020) mit dem Beginn der Internationalen Bauausstellung der Stadt Wien zusammen. Das weckt einen erhöhten Bedarf an Analysen zu Fragen der Leistbarkeit des Wohnens, der Neuversorgung mit Wohnraum in neuen Stadtvierteln und der Integration von neu zuziehen­den Haushalten:

  • »Wohnen und Arbeiten – Wie Integration in Wien verläuft« (2016)
  • »Wohnen und Arbeiten – Wer kommt / wer bleibt?« (2017)

Im Auftrag der Stadt Wien führt die Synthesis Forschung mit Hilfe des Modells »WohnWien« Schwerpunktstudien durch, die insbesondere die Leistbarkeit des Wohnens betreffen. Ferner einschlägige internationale Städtevergleiche:

  • »Die Positionierung Wiens im österreichischen und europäischen Vergleich: Wie leistbar ist Wohnen?« (2016)
  • »Mieten und ihre Leistbarkeit. Wien im Vergleich mit den Landeshauptstädten und europäischen Hauptstädten« (2017)

Das wohnpolitische Monitoring zu den Entwicklungen in Großstädten im OECD-Raum wird fortgesetzt:

 

Städteberichte

  • Baku (2016)
  • Berlin (2016)
  • Istanbul (2016)
  • Ottawa (2017)
  • Thessaloniki (2016)
  • Vancouver (2017)
  • Venedig (2016)
  • Wien (2017)
  • Zürich (2016)

Was das Themenfeld »Soziale Inklusion: Chancen und Barrieren« betrifft, so lässt sich dieses aus unterschiedlichen Perspektiven analysieren:

  • Einerseits aus jener Perspektive der Personen und ihrer Haushalte, die einem mehr oder minder hohen Ausgrenzungsrisiko unterliegen; sei es aufgrund fehlender Ressourcen, einer systematischen Ungleichstellung, wenn nicht sogar faktischer Diskriminierung.
  • Andererseits aus der Perspektive jener Personen und ihrer Haushalte, deren Ressourcen und Ressourcenverwendung ihre Inklusion sicherstellen.

Was die Perspektive von Personen betrifft, die mit Ausgrenzungsrisiken und Ungleichstellung konfrontiert sind, so setzt die sechste Forschungsperiode die Entwicklungs­arbeiten der vorangegangenen Forschungsperiode fort.

 

Dies betrifft Monitoring-Systeme und ihre empirischen Befunde im Themenbereich »Ungleichstellung von Frauen und Männern«

  • »Im Kontakt mit dem AMS. Mikrostatistische Verlaufs­analysen des Gender Gap Panels«

Auch der Themenbereich »Erwerbspersonen mit Asylhinter­grund« bildet einen Schwerpunkt:

  • »Von der Grundversorgung in die Erwerbstätigkeit: Integrationsverläufe von Erwerbspersonen mit Asylhintergrund«

Über »deskriptive« Monitorings hinaus führt Synthesis Forschung auch »aktivierende« Monitorings durch. Dazu zählen Informationssysteme für Einrichtungen, deren Aktivitäten auf die Inklusion von ausgrenzungsgefährdeten Jugendlichen, Frauen und Männern gerichtet sind; vor allem in Hinblick auf eine unzureichende Integration in das Erwerbsleben. Dieses aktivierende Monitoring unterstützt die Qualitätssicherung und Organisationsentwicklung der betreffenden Einrichtungen:

  • »Progress: Orientierung und berufliche Rehabilitation im Rahmen des BBRZ«
  • »Transflow: Beschäftigungsintegration im Rahmen von Job-TransFair«
  • »Konnex: Qualifikationsangebote des baz«

Was die Perspektive der Personen und Haushalte betrifft, die als »inkludiert« gelten können, so stehen vor allem die »Risiken«, gegen die sie sich vorsehen im Vordergrund. Dazu gehören für viele Haushalte die sich im Lebenszyklus ergebenden, ungewöhnlich hohen Ausgaben; etwa bei der Neuversorgung mit Wohnraum oder bei Schadensfällen im weitesten Sinn:

  • »Rotix: Ein sozio-ökonomisches Modell der Nachfrage nach Sparprodukten und Versicherungsleistungen«

Der Integration in Hinblick auf Wohn- und Arbeitsplatzversorgung von zugezogenen Frauen, Männern und Kindern in Wien widmet sich die Studie für die Stadt Wien:

  • »Wohnen und Arbeiten – Wie Integration in Wien verläuft« (2016)
  • »Wohnen und Arbeiten – Wer kommt / wer bleibt?« (2017)

Was den Themenbereich »Gesundheit: Krankheitsrisiken als Herausforderung« betrifft, so setzt die sechste Forschungsperiode (2016-2020) die Arbeiten an dem für mehrere Jahre von der Forschungs­förderungsgesellschaft geförderten K-Projekt »Dexhelpp« fort. Ausgewählte Studien zu diesem Themenbereich sind:

  • »Dexhelpp – Osttirol-Analysen und Projektionen der Inzidenz und Prävalenz von Morbidität«
  • »Mikrodexpop – Eine Mikrodarstellung der Wohn­bevölkerung Österreichs als Basis für evidenzbasierte Bedarfsforschung«
  • »On the relation between morbidity, education and employment related status«
  • »Die Messung sozialer Unterschiede - Ein Vergleich zweier Indizes in einem epidemiologischen Kontext«
  • »Education: A reliable resource for individuals to cope with health issues?«

Das Case-Management für das gesundheitsorientierte Programm des Sozialministeriums »fit-2-work« erfordert laufend Entwicklungsschritte und Qualitätssicherung. Dies hat die betrauten Einrichtungen bewogen, ein organisationsspezifisches Monitoring einzurichten (ohne das Monitoring-System des fit-2-work-Programmes selbst »zu verdoppeln«). Damit sind das IBE und Synthesis beauftragt (seit 2016).

  • »Effektiv: Ausgangslage, Vorgangsweise und Effekte der fit-2-work Betreuungsleistungen«