Zweite und dritte Forschungsperiode 1996–2005

 

 

Am Beginn der zweiten Forschungsperiode wirkt der Impuls, der von der Beauftragung der Berliner Kulturverwaltung ausgeht, weiter auf das Forschungsfeld »Unternehmen der Kreativwirtschaft«. In Wien geht es um die Wiener Symphoniker, das Theater in der Josefstadt, das Volkstheater und um die Ausgliederung der Bundestheater. Exemplarische Projekt­berichte: »Zuwendungsvorschau: eine Arbeitsgrundlage für die öffentliche Hand und die Geschäftsführungen der Privattheater«, »Lebhafte künstlerische Aktivitäten: die Ressourcenrechnung des Volkstheaters«, »Vielfalt an Perspektiven: eine Ressourcenrechnung des Theaters in der Josefstadt«, »Weißbuch zur Ausgliederung des österreichi­schen Bundestheaterverbandes«, »Künstlerisches Angebot, Aufwand und Subventionen der Wiener Symphoniker«.

 

Gleichzeitig orientiert Synthesis Forschung in erheblichem Ausmaß seine Forschungsressourcen an der Weiterentwicklung des mikrostatistischen Analyse- und Prognoseansatzes im Forschungsfeld »Arbeitsmarktdynamik«. Diese Innovationsanstrengungen werden durch (im Rahmen europaweiter Ausschreibungen vergebenen) Aufträge des Sozialministeriums und des Arbeitsmarktservice ermöglicht. Diese betreffen

  • eine wiederkehrende Arbeitsmarktberichterstattung (»Chancen und Risiken am österreichischen Arbeitsmarkt«, »Der Arbeitsmarkt in Wien«, »Struktur der Arbeits­losigkeit«, »Arbeitsplatzentwicklung, Beschäftigungs­chancen und Erwerbsverläufe«, »Wie dynamisch ist der österreichische Arbeitsmarkt?«),
  • regelmäßige Quartals- und Jahresprognosen zum Arbeits­markt im Kontext der Gesamtwirtschaft (»Arbeitsmarkt­vorschau«, »Quartalsprognose«, »Mittelfristige Arbeits­marktentwicklung«, »Prognose der Engpässe und Überhänge auf Österreichs regionalen Arbeitsmärkten«),
  • wiederkehrende Prognosen zu Angebot und Nachfrage am Lehrstellenmarkt (»Der Lehrstellenmarkt: mittelfristige Prognose von Angebot und Nachfrage«),
  • Schwerpunktstudien (»Spielräume aktiver Arbeitsmarkt­politik«, »Qualifikatorische, individuelle und betriebliche Beschäftigungsbarrieren«, »Das Arbeitsmarktservice als Informationsträger bei der Besetzung von Vakanzen«, »Wie stabil ist die Beschäftigung im Bauwesen?«, »Erwerbschancen im Fremdenverkehr«, »Jugendliche am österreichischen Arbeitsmarkt«, »Arbeitsplatzverluste älterer Personen: Wie geht es weiter?«, »Die Rückkehr in ein vorübergehend aufgelöstes Beschäftigungsverhältnis«, »Erwerbsverläufe der Personengruppe 45+«, »Zusätzliche Erwerbschancen für 12.500 Frauen«, »Der Einschaltgrad des Arbeitsmarktservice im Konjunkturverlauf«, »Arbeits­zeit und Arbeitsmarktflexibilität«, »Hoffnungsgebiete für das Arbeitsmarktservice«, »Einkommens- und Beschäfti­gungschancen von Frauen und Männern«, »Warum verdienen Frauen weniger als Männer?«, »Ausländische Arbeitskräfte: für österreichische Betriebe lukrativer?«, »Die Auswirkungen von Betriebsschließungen auf die Erwerbsbiografie«, »Welche Branchen nutzen die Qualifikationsanstrengungen von Arbeitslosen?«, »Im erwerbsfähigen Alter, aber ohne Beschäftigung«).

Eine besondere Nachfrage nach Arbeitsmarktanalysen löst die Einführung der »Nationalen Aktionspläne« zur Beschäfti­gungs­strategie der EU-Kommission aus. Synthesis Forschung wird vom Bundeskanzleramt, dem Wirtschaftsministerium und der Europäischen Kommission mit vorbereitenden und beglei­tenden Studien beauftragt (»Das Europa der Beschäftigung: acht Leitthemen im Rahmen der österreichischen Präsident­schaft«, »Ziel-2-Gebiet Wien: wirtschaftsstatistische Basis­daten«, »How to Improve the Evaluation of the European Employment Strategy«, »Maßnahmenpaket für ältere Arbeit­nehmer/-innen: Planung, Monitoring, Evaluation«, »Beschäf­tigungs- und Qualifikationschancen durch aktive Arbeits­markt­gestaltung«, »Die Qualität von Arbeit und Beschäftigung«).

 

Die Kommission etabliert Synthesis als Sysdem-Korrespondentin für Österreich. Exemplarische Berichte: »Labour Shortages and Skills Gaps in Austria«, »Active Labour Market Policies on a Federal, Provincial and Community Level«, »The New Austrian Child Care Grant«, »A Critical Analysis of the NAP Austria«, »Encouraging Working Mothers?«, »The Long-Term-Unemployed: The Switch Towards Means Tested Benefits?«, »Towards Extending Working Life«, »The Transformation from School to Work in Austria«, »Austria´s Position in the Framework of the Lisbon Reform Programme«.

 

Schließlich erhält Synthesis Forschung den Auftrag zu einer mikrostatistisch fundierten Evaluation der Wirkungen der ersten NAP-5-Jahresperiode (»Die Wirkungen der öster­reichischen Umsetzung der europäischen Beschäftigungs­strategie 1998 bis 2002«, »Unternehmertum und die Schaffung neuer Arbeitsplätze«, »Modernisierung der Arbeitsorganisa­tion«, »Chancengleichheit zwischen Frauen und Männern«, »Arbeitspolitische Strategien im Konjunkturtal: der NAP Österreich 2003«).

 

Die methodischen Entwicklungen im Forschungsfeld »Standardisierte Wirkungsanalysen« auf mikrostatistischer Basis findet das Interesse des waff, Wiener ArbeitnehmerInnen Förderungsfonds. Im Rahmen europaweiter Ausschreibungen beauftragt er Synthesis Forschung zu Schwerpunktanalysen. Darüber hinaus gilt es, ein waff-internes Wirkungscontrolling zu entwickeln und zu warten. Für mehr als 30 Programme des waff wird laufend die beobachtete und die erwartete Integrations­wirkung, differenziert nach Zielgruppen, kontrollgruppen­basiert ermittelt und für Planungszwecke prognostiziert. Exemplarische Berichte: »Zielorientiertes Wirkungs­monitoring«, »Wirtschaftsstruktur und Arbeitsmarkt­entwicklung in Wien«, »Territoriale Arbeitsmarktanalyse für Wien«, »Einpendeln nach Wien«, »Wird das in Wien effektiv wirksame Arbeitsangebot zurückgehen?«, »Flexwork: arbeitsmarktpolitische Wirkung, Marktpositionierung und Servicebeziehungen mit dem AMS Wien«, »Wie weit reicht die erweiterte Arbeitsmarktregion Wien über die Stadtgrenzen hinaus?«, »Atypische Beschäftigung von Personen in Wien«, »Berufspendeln zwischen den Bundesländern Burgenland, Niederösterreich und Wien«.

 

Das Forschungsfeld »Wohnen: Angebot und Nachfrage« orientiert sich an Fragen, die von der Stadt Wien aufgeworfen werden; das erfordert sowohl ein Monitoring als auch Prognosen; ferner Simulationen zu den erwarteten Wirkungen wohnungspolitischer Maßnahmen. Exemplarische Berichte: »Wohnen und Arbeiten in Wien«, »Die Bewältigung des Sanierungsbedarfes im Wiener Gebäude- und Wohnungsbestand«, »Nachfrage­orientierte Förderung: Wie lässt sich die soziale Treffsicherheit der Wohnversorgung Wiener Haushalte erhöhen?«.

 

Ferner etabliert der Geschäftsbereich »Wohnen« ein »Wohnungspolitisches Monitoring«, das einschlägige Entwicklungen in zahlreichen, vor allem europäischen Städten beobachtet. Die standardisierte Dokumentation dieses wohnungspolitischen Monitorings erstellt Synthesis Forschung (»Urbane Merkmalsprofile«, »Migration«, »Wohnungs­losigkeit«, »Amsterdam«, »Athen«, »Barcelona«, »Berlin«, »Budapest«, »Dublin«, »New York«, »Wien«, »Zürich«).

 

Vergleichende europaweite Analysen stehen auch im Vordergrund eines Auftrages der Europäischen Kommission, dessen Projektleitung das Arbeitsmarktservice Österreich übernimmt. Der Auftrag gilt der Erstellung von Indikatoren für die Performanz europäischer Arbeitsmarktservice-Einrichtungen (PES). Der von Synthesis Forschung (für eine 6 Jahre andauernde Periode) übernommene Entwicklungs­auftrag schließt ein: Konzeptentwicklung für Indikatoren, Pflichtenheft für eine standardisierte Datenbasis in jeder der beteiligten Arbeitsmarktservice-Einrichtungen; Entwicklung von Benchmarkingverfahren und Moderation des Austausches guter Praxis (»Performance Indicators for Public Employment Services«, »From Indicators to Benchmarking«, »The Exchange of Good Practices«).

 

Das Forschungsfeld »Regionale Wirtschafts- und Arbeitsmarktentwicklung« erhält besondere Impulse durch die Etablierung der Synthesis-Tochter WAW, Wirtschafts- und Arbeitsforschung West, in Innsbruck. Dieses Tochterunternehmen wird auf Einladung des Zukunftszentrums Tirol (an dem die AK Tirol, das Land Tirol und die Stadt Innsbruck beteiligt sind) gegründet. Das Ziel ist vorerst, die hohe Flexibilität des mikro­statistischen Forschungsansatzes für die vom Zukunftszentrum Tirol aufgeworfenen Fragen einzubringen. In wenigen Jahren entsteht eine Vielzahl von Analysen, deren empirische Befunde eine Ausgangsbasis für die Programmentwicklung des Zukunftszentrums Tirol schaffen sollen (»Erwerbschancen und Berufslaufbahnen in Tirol und seinen Teilregionen«, »Potenzialbewusstsein und beruflicher Aufstieg: ein quantita­tives Profil für Tirol«, »Wirtschaftliche Leistungskraft schafft gut bezahlte Arbeitskräfte: die Q-dynamischen Betriebe in Tirol«, »Junge Erwerbstätige am Tiroler Arbeitsmarkt«, »Fördert der Export in die Westregion das notwendige Qualitätsbewusstsein Tiroler Mittelbetriebe?«, »Ein Kind: (k)ein Hindernis im Berufsleben?«, »Über PISA 2003 hinaus: die Kosten des verfehlten Berufseinstiegs in Tirol«, »Bewegen sich Tirols kreative Köpfe?«).